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INTERNET: Chancen für Unternehmen und Verbände
Dr. Juliane Laschke

Nach einer Untersuchung der Universität Marburg vom letzten Jahr sind 37500 deutsche Unternehmen bereits im Internet vertreten, mehr als die dreifache Menge von Unternehmen sind auf dem Sprung in das INTERNET.

Neben den Möglichkeiten im INTERNET, die sich durch eine Fülle von gebündelten Informationsquellen und erweiterter Kommunikation über E-Mail eröffnen, wird in Zukunft die Präsenz des eigenen Unternehmens im Netz an Bedeutung gewinnen. Die großen Firmen sind bereits im Netz vertreten, mittelständische Unternehmen ziehen im Moment nach. Wie weit sich dieser Trend vielleicht sogar bis hin zu kleinen Handwerksbetrieben fortsetzen wird, ist bisher noch nicht absehbar. Das hängt davon ab, in welchem Ausmaß Kommunikation im regionalen Raum an Bedeutung gewinnt.

Zum jetzigen Zeitpunkt läßt sich bereits absehen, daß gerade mit der Markterschließung durch ausländische Konkurrenz auf dem Hintergrund eines gemeinsamen europäischen Marktes sich die Spielregeln des Wettbewerbs nachhaltig verändern werden. Hierbei werden Netze eine entscheidene Rolle spielen. Das bedeutet: kein Unternehmer, dessen Zeithorizont über die nächsten zwei Jahre hinaus geht, wird diesen Trend ignorieren können. Es gilt also, diese Entwicklungsschritte sorgfältig zu verfolgen und zu überlegen, in welchem Umfang ein eigenes Engagement sinnvoll ist.

Das World Wide Web stellt ein zusätzliches Werbe- und Informationsmedium dar, das Angebot und Interessensschwerpunkte weit über geografische Grenzen hinaus bekannt machen kann, und so wird es neben der realen "richtigen Adresse" auch so etwas wie eine virtuell "richtige Adresse" geben und die zeichnet sich dadurch aus, daß sie gut gestaltet und durchdacht konzipiert wird.

 

Nutzen der eigenen Präsenz im Netz

Zunehmend wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bestimmt sein von den Kenntnissen moderner Kommunikation. Immer dringlicher wird es für alle Unternehmer, sich frühzeitig mit diesem neuen Medium vertraut zu machen, um den kommenden Entwicklungen, die in ihrem gesamten Ausmaß noch nicht absehbar sind, gewachsen zu sein. Überall, wo es einen großen Bedarf an Information und Kommunikation gibt, ist ein großer Nutzen von der inzwischen nicht mehr so neuen Technik zu erwarten.

Wege ins Internet
Wie geht man die Präsenz im Internet an? Welche Punkte gibt es bei der Planung zu bedenken?

Es gibt unterschiedliche Arten der Nutzung des INTERNETS. Denkbar wäre als einfachste Variante die passive Nutzung in Form einer "Visitenkarte". Das würde bedeuten, daß man das Unternehmen, ähnlich einer Zeitungsanzeige, mit den gewünschten Informationen darstellt. Die Information läßt sich weltweit unter der WWW-Adresse abrufen oder unter den entsprechenden Stichworten auffinden.

Die erweiterte Variante ermöglicht die Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen. So können Interessenten die Möglichleit nutzen, mit Wünschen und Fragen an das Unternehmen heranzutreten. Über eine Mailbox kann man zu jeder Zeit mit anderen, soweit sie bereits ebenfalls im Internet vertreten sind, in Verbindung treten. Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst Informationen im Netz zu suchen.

Bei der ersten Variante braucht man selber keinen direkten Netzzugang, da die Informationen bei einem externen Provider liegen. Der Provider stellt seinen Kunden Speicherplatz und Netzanbindung zur Verfügung. Dies wird von einer Vielzahl von Providern zu äußerst unterschiedlichen Konditionen angeboten.

Folgende Punkte sollten vorrangig bei der Auswahl beachtet werden:

- er sollte Einwahlknoten innerhalb des zuständigen Ortsnetzes bieten,
- er sollte über leistungsstarke Datenleitungen verfügen und
- vom Volumen unabhängige Gebühren berechnen.

Es gibt viele Angebote, die auf den ersten Blick äußerst preisgünstig erscheinen -und für den privaten Nutzer gibt es die sogar auch- für Firmen hat eine gute Leistung jedoch ihren Preis. Das bedeudet: je nach Leistung, die in Anspruch genommen wird, entstehen Kosten von einigen hundert Mark im Monat.

Bei der erweiterten Variante benötigt man neben einem PC entweder eine ISDN-Karte oder ein Modem. Die erforderliche Software wird üblicherweise vom Provider zur Verfügung gestellt. Neben den Kosten für den Provider fallen außerdem Telefongebühren für die Dauer der on-line-Verbindungen an.

Für die Planung, Gestaltung und Programmierung der Seiten für das World Wide Web (WWW) wird man sich an einen Experten wenden, es sei denn, daß man selbst oder ein Mitarbeiter ausgeprägtes technisches, organisatorisches und gestalterisches Interesse mitbringt. Aber auch wenn man die WWW-Seiten in Auftrag gibt, so gehen dem eine Reihe wichtiger strategischer Überlegungen voraus.

Planung der Präsenz im INTERNET

Am Anfang steht die Frage, was will man mit einer eigenen Präsenz im World Wide Web erreichen? Will man Klienten werben? Will man über E-Mail kommunizieren? Will man selbst im Netz recherchieren? Will man über die Darstellung des Unternehmens hinaus Informationen anbieten und wenn ja, mit welchem Inhalt? Mit welchem Service kann man sich von seinen Mitbewerbern abheben?

Dies alles sind Fragen, die zunächst geklärt werden sollten. Aus diesen Überlegungen entsteht ein grobes Konzept, das die Grundstruktur der Informationen, die in das Netz sollen, aufzeigt und Umfang, Zeitplanung und Kosten bereits abschätzen läßt. Überlegt werden muß auch, wie die Pflege der WWW-Seiten gewährleistet werden kann, denn die Internetpräsenz lebt von einer beständigen Aktualisierung. WWW-Seiten, die veraltet wirken, hinterlassen keinen guten Eindruck und sind daher eher schädlich.

Der nächste Schritt ist ein Feinkonzept der WWW-Seiten, in dem die Struktur der gegliederten Information klar erkennbar ist und anhand eines grafisch dargestellten Strukturbaums das Navigations-und Informationsdesign deutlich wird.

Hieran schließt sich die Erstellung der Seiten. In der Gestaltung muß sich die Corporate Identity des Unternehmens wiederspiegeln. Hierfür müssen Texte geschrieben und in HTML (Hypertext Markup Language) programmiert werden, Bilder und Grafiken in die passenden Formate konvertiert werden. Schließlich erfolgt das Testen des Gesamtsystems. Es muß überprüft werden, wie die Seiten bei unterschiedlichen Rechnern und Browsern aussehen (das sind die Programme mit denen man sich WWW-Seiten ansehen kann). Das Ergebnis kann sehr unterschiedlich sein, und es muß daher geprüft werden, wie die WWW-Seiten mit unterschiedlichen Browsern und bei unterschiedlicher Bildschirmgröße wirken und außerdem, ob kein Link auf eine Fehlermeldung führt. Nach erfolgreichen Tests kann das Informationsangebot in das WWW gestellt werden. Nun kann man noch die Seiten bei den Suchmaschinen bekannt machen, damit die eigenen Seiten auch per Stichwortsuche gefunden werden können.

Wieviele interessierte Nutzer auf die WWW-Seiten zugreifen, läßt sich zu jeder Zeit aus einer Statistik ersehen. Diese Information sollte man nutzen und in regelmäßigen Abständen überprüfen, welche Informationen im Netz besonders gefragt sind. Damit hat man die Möglichkeit, das eigene Informationsangebot bedarfsgerecht anzupassen.

Welchen Weg man auch wählt, die Möglichkeiten der Profilierung sind vielfältig und setzen der Fantasie keine Grenzen.

 

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