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10 Jahre netzart 10 Jahre sind im Zusammenhang mit dem Internet eine sehr lange Zeit, eigentlich wie ein Blick in die digitale Steinzeit. Für mich sind sie sehr schnell umgegangen. Auf dem Weg gab es jede Menge Erfahrungen, Überlegungen und am Rande immer wieder interessante Begegnungen und Einblick in unterschiedliche Berufswelten. Wenn ich 10 Jahre zurück denke und mir vor Augen führe, wie ich ausgestattet mit einem Mac, Geschäftspapier und schwindenem Optimismus an meinem Schreibtisch saß und die Frage verfolgte, wie ich an den ersten Kunden käme ... Die Post stopfte den Briefkasten mit Werbung voll, ich glaube, das Telefon klingelte über Wochen nicht und nichts schien diese bedrohliche Ruhe auflösen zu wollen. Kein Kunde weit und breit! Ich suchte örtliche Unternehmen auf. Nichts! Sie konnten sich alle nicht vorstellen, dass sie so etwas wie Web-Seiten brauchen könnten. Inzwischen hatte ich einen Preis beim Gründerwettbewerb gewonnen, davon kaufte ich die erste digitale Kamera, die zu dieser Zeit noch ziemlich teuer war, wenige Bilder machte, aber ein neues Zeitalter der Fotografie einläutete. Die ersten Seiten, die ich machte, zeigten meine direkte Umgebung, Finkenkrug, ein Ortsteil von Falkensee. Unter anderem war dort ein Soundfile mit quakenden Fröschen vom örtlichen Lindenweiher zu hören. Das "Falkenseer Stadtjournal" hatte über die Seiten berichtet. Als Resonanz zu dem Artikel meldete sich eine Frau, die ihr Tinitus-Leiden mit dem Fröschequaken bekämpfen wollte. Sie bekam das digitale Fröschequaken und zog hochbeglückt von dannen. Wofür Fröschequaken und seine digitale Verbreitung doch gut sein können. Wer rudert erzeugt Wellen Der erste Kunde kam - jeden Marketingspezialisten wird es freuen - über zwei unterschiedliche Aktionen. Zum einen hatte ich Werbebriefe an Rechtsanwälte geschickt, zum anderen hatte ich eine kleine Artikelserie im "Berliner Anwaltsblatt" über die Frage geschrieben, was für Rechtsanwälte am Internet interessant sein könnte. Das führte vor zehn Jahren zum ersten Auftrag. Die Zahl der Berliner Rechtsanwälte mit Web-Seiten ließ sich zu dieser Zeit etwa an einer Hand abzählen. Nicht nur die Tatsache, dass er zu den ersten Anwälten gehörte, die eine eigene "Web-Präsentation" hatten, machte in Anwaltskreisen rasch die Runde, sondern die Tatsache, dass er auf einer Seite seine englische Bulldogge als Mitarbeiter zum Eintreiben von Außenständen vorstellte, ging der Anwaltskammer entschieden zu weit. Auf dem Bild war die grimmig aussehende, freundliche Bulldogge zu sehen, die nach einigen Sekunden per Animation ein breites Grinsen aufsetzte. Diese Seite führte zu einem Verfahren, an dessen Ende die Herausnahme des Hundes aus der Web-Präsentation stand und zu einem amüsierten Artikel im Spiegel. Kurze Röcke + gerundete Bäuche Dieser erste Kunde war ein sehr guter Multiplikator und so folgten Aufträge von großen Kanzleien, mehrere Vereine von Juristen und last not least die Berliner Anwaltskammer, die sogar einen Preis für die bestgestaltetete Web-Präsentation der Anwaltskammern in Deutschland bekam. Inzwischen habe ich mehr als 200 Anwälte fotografiert. Es sind wenige Menschen, die sich einfach mit der Aussage "das bin ich" hinstellen. Offensichtlich findet es die Mehrzahl der Menschen - und da machen Anwälte keine Ausnahme - ausgesprochen ungemütlich, fotografiert zu werden und beginnen, kritische Blicke auf das eigene Äußere zu werfen. Da ist dann schon mal der Bauch zu üppig und der Kostümrock überraschend kurz. Gut, dass sich diese kleinen Fehler problemlos mit den Möglichkeiten der Bildbearbeitung korrigieren lassen. Da werden nicht nur Röcke länger, Bäuche abgeflacht sondern unauffällig Falten beseitigt oder unerwünschte Gegenstände auf dem Schreibtisch entfernt. Jetzt geht es mehr um die Feinheiten Inzwischen hat sich das Spektrum der Kunden schon lange erweitert und es gibt Web-Seiten für den medizinische, den sozialen Bereich und den Freizeitbereich. Ein Stimmimitator aus Hamburg mit entsprechenden akustischen Beispielen wie auch eine Reit- und Poloanlage in Finkenkrug gehören unter anderem zu meinen Kunden. Inzwischen muss nicht mehr erklärt werden, dass eigentlich jedes Unternehmen Web-Seiten braucht, sondern es geht jetzt darum gute, zeitgemäße und individuelle Web-Präsentation zu haben, die beständig weiter entwickelt wird. |
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