Minna Wiese

MInna wurde am 8.August 1885 als älteste Tochter von Heinrich (genannt Henrik) und Johanna Wiese geboren, es folgten zwei Geschwister, Martha und Herrmann. Sie lebten in der Kieler Bucht, nicht weit von Laboe in einem kleinen Ort namens "Kalifornien" direkt an der Ostsee. In "Kalifornien" wie auch der Nachbarort "Brasilien", in dem Minna geboren wurde, hatten sich Seefahrer niedergelassen, die ihrer kleinen Ansammlung von Häusern den Namen ferner Länder gegeben hatten.

Heinrich Wiese lebte sein Leben lang als Fischer und zog zu Fuß über das Land, um den Fisch zu verkaufen. Ein Pferdefuhrwerk besaß lange Zeit nur ein wohlhabenerer Landwirt im Ort (Familie Schneekluth). Heinrich Wiese sprach ausschließlich Plattdeutsch und muß eine Seele von Mensch gewesen sein. Seine Frau; Johanna, war ihr Leben lang kränklich und war schon früh von Gicht geplagt, die sie an Bett und Stuhl fesselte und pflegebedürftig machte.


Eingang zum Gutshaus auf Schmol
Weitere Bilder von Schmol

Minna wurde auf die Schule nach Neuschönberg geschickt, vier Kilometer zu Fuß über Salzwiesen, die bei jeder Wetterlage bewältigt werden mußten. Wie für Mädchen zu dieser Zeit üblich endete ihre Schulzeit mit der Konfirmation. Sie trat eine Stellung bei Bauern der Umgebung an, bei denen sie Kochen und in Kursen am Abend nähen (Weißnäherei) lernte. Es folgten Anstellungen bei denen sie als Hauswirtschaftsleiterin auf Gütern arbeitet. So arbeitete sie auf den Rittergütern v. Dadelsen und v. Schiller und kam etwa 1915 auf das Gut Schmol Schmol war im Besitz des Grafen von Hessens, ein großer Landbesitz mit Weizenanbau, Pferde- und Rinderzucht, direkt an die Ostsee grenzend.

Auf Schmol lernte Minna ihren Mann Ernst kennen, seine Eltern leiteten die Meierei des Gutes. Zu dieser Zeit fuhr Ernst als Funker zur See und besuchte, wenn er im Lande war, seine Eltern. Bei dieser Gelegenheit muss ihm die resolute Hauswirtschaftsleiterin aufgefallen sein.

Am 11. Juli 1917 heiraten die beiden.

Minna war eine lebenstüchtige und lebenskluge Frau mit eisernem Willen, begabt in allen Bereichen der Hauswirtschaft und ausgestattet mit Organisationstalent. Ihr Einfluß war nicht nur in ihrer eigenen Familie groß. Sie lebte später bis zu ihrem Tod in der Familie ihrer Tochter und hatte alle Fäden in der Hand. Sie wurde von allen mit großem Respekt behandelt. Sie wurde relativ früh schwerhörig und mußte sich eines Hörgeräts bedienen, woran sie sich nicht mehr so recht gewöhnte.

Sie starb im Januar 1969 an den Folgen eines Schlaganfalls.

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