Dieses Mal eine Tochter

In diesen Jahren des Überlebenskampfes wird Hella ein zweites Mal schwanger. Dieses Mal ist es ein Mädchen, das im Kreiskrankenhaus von Pritzwalk zur Welt kommt. Es ist der 23. Februar 1949. Es ist eisekalt und es gelingt nur unter großen Schwierigkeiten Hella mit Tochter von Pritzwalk nach Maulbeerwalde zu bekommen. Das Mädchen wird Jutta genannt, nach einer alten Freundin von Wolfgang. Als sie in Maulbeerwalde ausgepackt wird, staunt der 6-jährige Henrik: "Gott, ist die klein!" und wacht fortan eifrig, dass keiner der Besucher vielleicht das kleine Bündel seiner Schwester in die Tasche steckt. Für Henrik ist Maulbeerwalde natürlich ein idealer Spielplatz. Besonders bei Regen verwandelt sich die Dorfstraße in ein Gewässer, weil das Dorf verhältnismäßig tief liegt.


1949 in Maulbeerwalde,
Taufe von Jutta
In Berlin wird gehungert. Die Familie kann sich auf dem Land ernähren und versorgt noch die beiden Schwestern von Wolfgang mit, die regelmäßig Lebensmittelpakete bekommen. Flüchtlingen und Ausgebombte bekommen ein Stück Land und eine Kuh zugeteilt. Die Familie baut Weizen, Rüben und Kartoffeln an, man hält einige Hühner und hat die Erlaubnis, in der Wäldern Holz zu sammeln. Man arrangiert sich und braucht die Kraft für das tägliche Leben. Man kann sogar zu Weihnachten die üblichen Braunkuchen backen.

Die DDR wird gegründet und Hella wird klar, dass sie nicht auf dem Friedhof des Dorfes eines Tages enden will. Sie möchte zurück nach Berlin.

Trotz harter Lebensbedingungen wird diese Zeit später als positive Zeit in Erinnerung bleiben und die Freundschaft zur Familie Dahlenburg ein Leben lang halten.

 

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